Die Kreislandvolkverbände Friesland und Wesermarsch begrüßen, dass beim Thema Wolf ein Umdenken innerhalb der niedersächsischen Landesregierung und auch im Bundesumweltministerium erkennbar ist. „Die Landwirte warten nun darauf, dass den vielen Gesprächen jetzt auch Taten folgen und sie mit den Folgen der zunehmenden Nutztierrisse nicht alleingelassen werden“, machen die Vorsitzenden Lars Kaper (Friesland) und Dr. Karsten Padeken (Wesermarsch) deutlich. „Nur so kann die Akzeptanz des Wolfes bei den Landwirten und in der Bevölkerung auf dem Land wieder hergestellt werden.“
Zum einen müsse es viel schnellere und unbürokratischere Reaktionsmöglichkeiten bei Nutztierrissen geben. Dafür dürfe ein Herdenschutz durch mannshohe Zäune nicht die Voraussetzung sein. Stattdessen müsse die Politik anerkennen, dass beispielweise bei uns an der Küste eine flächendeckende wolfssichere Einzäunung aller Weidetiere nicht umsetzbar ist. Darüber hinaus sei ein echtes Bestandsmanagement mit einer festen Obergrenze der Wolfspopulation erforderlich. „Der Staat muss auch die Umsetzung der Wolfsabschüsse unterstützen“, fordern Lars Kaper und Karsten Padeken. „Besonders wichtig ist es, die Anonymität der beauftragten Jäger sicherzustellen und diesen auch professionelle Unterstützung anzubieten.“
Ministerpräsident Stefan Weil hatte das Thema Wolf kürzlich zur Chefsache gemacht und sich in Brüssel bei der Europäischen Kommission sowie in Berlin bei Bundesumweltministerin Steffi Lemke für Änderungen im Umgang mit dem Raubtier eingesetzt. Dabei hatte Ministerin Lemke angekündigt, Ende September ein Konzept für ein regionalisiertes Bestandsmanagement vorzulegen. Sie hatte aber auch darauf verwiesen, dass die Länder jetzt schon die Möglichkeit hätten, Abschussgenehmigungen für auffällige Wölfe zu erlassen. Das gebe auch das aktuelle EU-Recht her.
„Dieses Ping-Pong-Spiel zwischen Bund, Land und EU hilft uns nicht weiter“, kommentieren Lars Kaper und Karsten Padeken diese Äußerungen. „Die Bundesumweltministerin muss jetzt ein Konzept mit konkreten Umsetzungsschritten vorlegen, damit Wolfsentnahmen auch wirklich durchgeführt werden. Dabei müssen die Jägerschaft und andere Akteure unbedingt eingebunden werden, damit die gut gemeinten Vorschläge später nicht an der Praxis scheitern.“